19.01.2015rss_feed

Dr. Alexandra Engels, Tierärztin und Landwirtschaftliche Unternehmerin aus Bönen-Lenningsen

Hauptsache, man ist mit Herzblut dabei

Dr. Alexandra Engels, Tierärztin und Landwirtin

Wer bei Dr. Alexandra Engels am Küchentisch sitzt, der erlebt ein Paradox: In ländlicher Abgeschiedenheit begegnet er nicht nur einem stilvoll eingerichteten Ambiente, er trifft auch auf eine Frau, die perfekt in eine großstädtische Latte-Macchiato-Szene passen würde. Während sie erzählt und bedächtig abwägt, springen Ehemann, zwei Kinder, Mitarbeiter und eine Weimaraner-Hündin um sie herum. Nichts bringt sie dabei aus der Ruhe. Auch nicht ihre hoch spezialisierte Tierarztpraxis, in der sie 15 Mitarbeiter beschäftigt. Oder ihr landwirtschaftlicher Betrieb, den die 39-Jährige gemeinsam mit ihrem Ehemann Ulrich Spielhoff bewirtschaftet. Auf den jeweils elterlichen Höfen begründet, gehören zu ihm: ein Mastbetrieb mit 24 000 Puten und 1 300 Mastschweinen, über 250 Hektar Ackerbau und eine 500 KW- Biogas-Anlage.


Höchstform für die Küken


Frau Dr. Engels im eigenen Putenmastbetrieb I

Aufgewachsen ist Alexandra Engels in dem Puten- und Schweinemastbetrieb, den ihre Eltern am Rand des Ruhrgebiets betrieben. Schon als Kind konnte ich mich immer in die Tierwelt hineinversetzen, erinnert sie sich. Um jede Pute, um jedes Ferkel habe sie gekämpft. Diese Leidenschaft ist ihr bis heute geblieben. Wenn die neuen Küken kommen, dann läuft meine Frau eine Woche zu Höchstform auf, verrät ihr Ehemann augenzwinkernd. Und tatsächlich, auch in den hoch modernen Mastställen in Bönen-Lenningsen ist viel zu beachten. Kühlt die Lüftungsanlage, die Alexandra Engels mit dem Handy kontrolliert, beispielsweise im Sommer nur 2-3 Grad zu tief, dann sinkt die Wohlfühltemperatur der Tiere.


Im Puten mastbetrieb

In dem Bewusstsein, dass eine solide Immunprophylaxe immer noch am besten über die Gesundheit wacht, gilt es jedoch, stets Idealbedingungen zu schaffen: Klima, Hygiene, Futter, Einstreu, Platzangebot heißen nur einige ihrer Eckpunkte. Über sie wacht die Fachärztin für Geflügel mit Argusaugen. Kommt der Tag, an dem die ganze Herde schließlich verladen wird, fährt sie dem Transporter bis zum Schlachthof hinterher. Wenn ich die Schlachtkörper aufgereiht an der Stange hängen sehe, dann freut mich die gute Leistung, die die Tiere erbracht haben, erzählt sie. Mit aller Selbstverständlichkeit unterscheidet die passionierte Jägerin und Reiterin zwischen Liebhaber- und Nutztieren. Wobei unsere Pferde und Hunde eigentlich immer als letztes drankommen.


Stolz der Herde


Ich bin stolz auf meine Herde, sagt Alexandra Engels lachend. Ihr ist die Freude am Beruf regelrecht anzusehen. Freude, die ihr nicht nur der eigene Hof macht, sondern auch die Kundschaft, die sie mit ihrer Nutztierpraxis in ganz Nordrhein-Westfalen, aber auch bis nach Hannover und Ostdeutschland hinauf betreut. Was ihr wohl mehr gefällt – die Arbeit in der Landwirtschaft oder als Tierärztin? "Was man tut, ist eigentlich egal, Hauptsache man ist mit Herzblut dabei, antwortet sie im großen Wurf. Und auch das glaubt man ihr auf Anhieb.


Putenmast

Richtig stolz ist die Tierärztin auf ihre Impfgruppe, die sie aufgebaut hat. Richtig viel Spaß macht ihr, ihre Kundschaft im Management ihrer Betriebe zu beraten. Denn genau hier, eigentlich schon bei der Planung eines neuen Stalls, beginnt die Tiergesundheit – die Grundlage jedes erfolgreichen Landwirts. Hier fühlt sich die talentierte Unternehmerin als Dienstleiterin der Landwirtschaft, die natürlich von den selbst gemachten Erfahrungen nur profitieren kann. Denn wenn es darum geht, eine neue Zuchtlinie oder ein neues Futter im eigenen Stall auszuprobieren, dann wagt sie auch den Schritt auf unsicheres Terrain.


Frau Dr. Engels, Tierärztin

Engagiert im Verbandswesen, beispielsweise als Vorstandsmitglied in der Putenerzeugergemeinschaft Rheinland, im Verband Deutscher Putenerzeuger und bei der Tierärztekammer Westfalen-Lippe, beteiligt sie sich am Fußballenmonitoring für Puten ebenso wie an dem Antibiotikamonitoring von QS. Alle Antibiotikagaben für Schweine und Mastgeflügel werden in einer zentralen Datenbank von QS erfasst. Gemeinsames Ziel ist, valide Zahlen zu gewinnen, um so flächendeckend den Antibiotikaeinsatz und damit die Gefahr resistenter Keime zu minimieren. Als Landwirtschaftliche Unternehmerin und Tierärztin weiß sie, dass es bei kranken Herden mitunter ohne Antibiose nicht geht. Ihr Leitsatz: So viel wie nötig - so wenig wie möglich!

 

Daher ist ihr auch die intensive Tierkontrolle als wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen Krankheiten heilig. Und das, obwohl die Arbeitstage ohnehin lang sind. Machen die zusätzlichen Kontrollen da nicht müde? Mein Vater sagte immer: ‚Bei diesen ganzen Überwachungen heute wollte ich kein Landwirt mehr werden.’ Ich sehe das anders. Die Transparenz, die aus den Kontrollen erwächst, ist in unserer Zeit ungeheuer wichtig. Ich möchte nicht auf sie verzichten, sagt sie. Als Tierärztin, als Landwirtschaftliche Unternehmerin und als Verbraucherin.



Testimonial Teaser 5 17 Neu

Gesichter der Qualitätssicherung

Lernen Sie weitere Gesichter der Qualitätssicherung kennen. Sie geben Einblick in ihre Arbeit, berichten über ihre Motivation und ihre Berufsauffassung. Dabei teilen sie alle eine wichtige Gemeinsamkeit: Mit ihrer täglichen Arbeit sorgen Sie zusammen mit den übrigen Systempartnern bei QS für sichere Lebensmittel – vom Landwirt bis zur Ladentheke.



Alle News

News Systemkette Fleisch und Fleischwaren

News Tierärzte