15.04.2015 rss_feed

Stefan Tönebön, Fleischermeister mit innovativem Familienbetrieb aus Barntrup

Unternehmer mit Leib und Seele

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Stefan Tönebön leitet in der vierten Generation die handwerkliche Fleischerei, die seinen Namen trägt. Der 48 Jährige bezeichnet sich selbst als Familienmensch – und Workaholic. Wie das zusammen funktioniert? Mit einer bestechenden Portion Leidenschaft und einer großen Menge Herzblut.

 


Die Fleischerei Tönebön – ein Spiegel gesellschaftlichen Lebens

 


Stefan Tönebön hinter der Theke

In der Kleinstadt Barntrup gehört das Unternehmen Tönebön seit 1890 zum Alltag der knapp 9.000 Einwohner dazu. Wer auf der Suche nach dem neuesten Stadtgespräch, Gesellschaft beim Mittagessen und einer wohlschmeckenden warmen Mahlzeit ist, der sollte zwischen 11 und 13 Uhr hier eine Pause einlegen: Zur Rush Hour geht es in der Fleischerei zu wie im Taubenschlag. Kein Wunder: Die Wärmetheke ist gut gefüllt mit Klassikern wie Zigeunerschnitzel mit Pommes und Salat und Hausmannkost wie dem Steckrübeneintopf. Aber auch die moderne Küche hat hier Einzug erhalten. So sind selbstgemachte Hamburger und auch vegetarische Gerichte ebenfalls auf dem Menüplan zu finden. Eine Auswahl an drei täglich wechselnden Gerichten ist hier zu fairen Preisen und in Topqualität zu haben. Nette Atmosphäre, menschliche Begegnungen und eine große Auswahl frischer Wurst- und Fleischwaren für den Bedarf nach Feierabend gibt es täglich frisch. Als wir 1990 den Laden renovierten, hatte der Bauleiter die Idee mit der Wärmetheke. Wir hätten sie auch zur Auslage umfunktionieren können, wenn der Plan eines Mittagstisches nicht aufgegangen wäre. Aber dazu ist es nie gekommen: Mittlerweile ist das Mittagsangebot der absolute Renner. erzählt Stefan Tönebön. Sein Urgroßvater eröffnete einst den Laden, seitdem hat sich viel getan. Sowohl im Unternehmen, das mittlerweile 30 Mitarbeiter eingestellt hat, als auch drum herum. Früher war morgens am meisten los. Dann kamen die Kunden und deckten ihren täglichen oder wöchentlichen Bedarf. Danach war es für den Rest des Tages sehr ruhig. Das hat sich gewandelt: Heute brummt der Laden vor allen Dingen in der Mittagszeit. Und auch die Art des Fleischkonsums hat sich stark verändert. So greifen die Kunden lieber zu Produkten, die sich leicht zubereiten lassen. Am Beispiel der Leber kann der 48 Jährige dies besonders gut veranschaulichen: Ein Stück frische Leber verkaufen wir selten. Bereiten wir es aber zu und bieten es als Mittagsgericht an, geht es 70-80 mal über die Ladentheke. Was sich nicht verändert hat, ist die Liebe der Kunden zu regionalen Produkten. Und die lebt auch die handwerkliche Fleischerei in ihrer Nachbarschaft: Die Tiere stammen von Vertragslandwirten aus der direkten Umgebung. Die Schlachtung der Tiere erfolgt in der angeschlossenen Produktion durch die eigenen Mitarbeiter. Mehr Regionalität und Rückverfolgbarkeit ist wohl kaum möglich.


Nachwuchsförderung


Stefan Tönebön

Herr Tönebön hat das Handwerk von der Pike auf gelernt. Seitdem er 16 Jahre alt war, arbeitete er in dem Betrieb und machte im Anschluss an sein Abitur zunächst eine Ausbildung zum Fleischermeister. Heute kümmert er sich selbst um den Nachwuchs für seine Zunft und hat ein Gespür für die jungen Berufseinsteiger. Schließlich hat er - selbst noch Schüler – früh Verantwortung übernommen und das Arbeitsleben kennengelernt: Sein Vater war schwer herzkrank und auf Unterstützung angewiesen. Er ist sich darüber bewusst, dass Schulabsolventen vor eine große Herausforderung gestellt werden wenn sie sich mit 16, 17 überlegen sollen, wie es weitergeht. Darum nimmt er sich Zeit für die Auswahl seiner Azubis. Und steckt viel Herzblut in ihre Ausbildung. Mit Erfolg: Die Schlüsselpositionen in der Firma sind alle mit Menschen besetzt, die bei uns ausgebildet wurden. Sein ältester Sohn steht bald auch vor der Entscheidung, welchen Beruf er einmal ergreifen möchte. Er hat demnächst das Abitur in der Tasche. Ob sein Vater sich wünscht, dass er den Betrieb einmal übernimmt? Wir wollen unsere Kinder nicht beeinflussen. Sie sollen alle ihren eigenen Weg gehen. Aber, sicherlich, schön wäre es  natürlich, wenn die Firma in Familienhand bliebe., so der dreifache Vater. Dass ein Familienbetrieb nicht immer Heile Welt Romantik bedeutet, davon weiß er ebenso zu berichten und erinnert sich: In der Zeit, in der zwei Generationen zusammenarbeiten mussten, gab es schon auch Konflikte. Seine Eltern konnten sich beispielweise zunächst nicht vorstellen, was eine gelernte Betriebswirtin in einer Fleischerei verloren haben könnte, als seine Frau sich entschied, ebenfalls in dem Familienunternehmen miteinzusteigen.


Qualität und Sicherheit mit Know How


Stefan Tönebön Kühlraum

Dabei ist Geschäftssinn und kaufmännisches Geschick heute beinahe genauso wichtig wie das Handwerk, wenn es darum geht, einen Fleischereibetrieb wie den ihren zu führen. Meine Berufsausbildung hat mit meinem heutigen Berufsalltag nichts mehr zu tun. stellt Stefan Tönebön fest. Dennoch ist das Fachwissen über die Produktion von enormer Bedeutung. Vor allen Dingen in einem Gewerbe, das ständiger Innovation und stetigem Wandel unterliegt. Wir bieten unseren Kunden individuelle Lösungen an. Von muslimisch bis diätetisch – wir versuchen, allen Wünschen gerecht zu werden. Dabei soll das Produkt dann am Ende auch noch gut schmecken, gut aussehen – und muss außerdem den Qualitätsstandards entsprechen. Das kann er nur garantieren, wenn er den Herstellungsprozess kennt. In Sachen Qualität und Sicherheit ist die QS Zertifizierung ein weiterer wichtiger Baustein. Die Fleischerei ist ein Systempartner der ersten Stunde. Ich versuche immer vorausschauend zu sein. So kam es, dass wir bereits QS Mitglied waren, bevor unser Abnehmer im Lebensmitteleinzelhandel überhaupt eine entsprechende Forderung stellen musste. erinnert sich der Unternehmer. Und auch bei Kunden wie den Krankenhäusern, die er beliefert, kommt die Zertifizierung gut an. QS Systempartner zu sein ist für ihn weit mehr als ein gutes Verkaufsargument: Die meisten sind zunächst wohl eher skeptisch, wenn sie Regeln auferlegt bekommen. Aber am Ende ist es eine Frage der Perspektive. Und ich habe festgestellt: Mit der Unterstützung eines guten Beraters kann so ein Blick von außen auf den eigenen Betrieb auch eine echte Bereicherung sein. Das gilt bestimmt nicht für alle Vorgaben. Aber im Großen und Ganzen muss ich sagen: Die Zusammenarbeit mit QS hat meinen Horizont erweitert. Außerdem bedeute die Partnerschaft nicht nur auf Aufwand, sondern bringe auch ganz klare Vorteile mit sich. So sei der Umgang mit der Veterinärüberwachung dank der QS Zertifizierung deutlich vereinfacht.


Nachhaltigkeit auf allen Ebenen

 


Stefan Tönebön in der Wurstküche

Stefan Tönebön ist kein Mann für halbe Sachen. Und steht niemals still. Er investiert in sein Unternehmen, und das nachhaltig. Gerade hat er sich mit einer besonderen Ablademöglichkeit etwas Neues in Sachen Tierschutz einfallen lassen: Großtiere können nun auf seinem Betrieb ohne Strick, also deutlich stressfreier, den Transporter verlassen. Und auch Energiethemen liegen ihm am Herzen: Wir betreiben praktizierten Umweltschutz. Sage und schreibe Zweidrittel des Stroms, der für die Reinigung und Produktion benötigt wird – was in einem Schlachtbetrieb beachtlich ist – produziert er über eigene Blockheizkräfte selbst.

 

Kein Vereinstiger, sondern Familienmensch

 


Fleischerhandwerk

Stefan Tönebön ist Unternehmer mit Leib und Seele. Dass es Menschen gibt, die nicht gern zur Arbeit gehen, ist ihm fremd: Es gibt gute und weniger gute Tage, klar. Manche Seiten meines Jobs mag ich mehr, andere nicht so sehr. Aber eigentlich gehe ich immer gern in den Betrieb. Arbeit ist für ihn keine Last, sondern Erfüllung. Für mich wäre es eher lästig, den ganzen Tag zuhause rum zu sitzen. Aber: Davor, als Workaholic zu enden, bewahrt mich meine Frau immer wieder gerade noch rechtzeitig. Wenn er sich dann mal eine Auszeit nimmt, verbringt er die am liebsten im engen Kreis seiner Familie. Ich bin kein Vereinstiger., erzählt er. Zwar ist er Mitglied in verschiedenen Vereinen, so zum Beispiel dem Marketingverein, der sich unter anderem für die Erhaltung des Einzelhandels in seiner Heimatstadt einsetzt. Aber bei Veranstaltungen findet man mich eher in der zweiten bis dritten Reihe – wenn überhaupt. Ab und an verlassen er und seine Familie die Brücke um auf Reisen zu gehen. Den Abstand genießt Stefan Tönebön dann, zumindest vorübergehend. Denn, ohne seinen Betrieb kann und will er nicht sein. Er ist das Zentrum der Fleischerei Tönebön. Und sie ist – Familienanschluss inklusive - zugleich auch seines.




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Gesichter der Qualitätssicherung

Lernen Sie weitere Gesichter der Qualitätssicherung kennen. Sie geben Einblick in ihre Arbeit, berichten über ihre Motivation und ihre Berufsauffassung. Dabei teilen sie alle eine wichtige Gemeinsamkeit: Mit ihrer täglichen Arbeit sorgen Sie zusammen mit den übrigen Systempartnern bei QS für sichere Lebensmittel – vom Landwirt bis zur Ladentheke.



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