QS-Laborkompetenztest - Ergebnisse im Detail

19 07 31 QS Laborkompetenztest

Die Analyse der Mehrzahl der abgeprüften Wirkstoffe wird von den Laboren beherrscht. Jedoch gab es bei einigen Wirkstoffen vermehrt Quantifizierungsfehler.

Der neue und in der EU nicht zugelassene Wirkstoff Matrin konnte von 6 Laboren nicht detektiert werden. Einige Labore haben diesen Wirkstoff noch nicht in ihrem Routinespektrum aufgenommen, anderen war eine Identifizierung nicht möglich oder es wurden vermehrt Unter- oder Überbefunde mitgeteilt. Das lässt darauf schließen, dass dieser Wirkstoff in der Routine noch unzureichend beherrscht wird, meint Claudia Rotter, zuständig für die Labore im Rückstandsmonitoring bei QS.

Auch bei dem Bio-Wirkstoff Azadirachtin übermittelten sieben Labore kein Ergebnis, da sich dieser Wirkstoff nicht in ihrer Routinemethode befindet oder nicht identifiziert werden konnte. 13% der Labore meldeten zu hohe Werte. Hier dürfte insbesondere die Beschaffenheit des verwendeten Wirkstoff-Standards einen entscheidenden Einfluss auf die Richtigkeit des Ergebnisses gehabt haben, meint Dr. Günther Kempe, Berater für Rückstandsanalytik bei QS. Azadirachtin ist die analytische Leitsubstanz des im ökologischen Landbau zugelassenen Wirkstoffes NeemAzal, welches aus dem Neembaum gewonnen wird. Die Rückstandsdefinition für das Monitoring bezieht sich nur auf die Hauptkomponente Azadirachtin A. Dies muss bei der Analysenmethode entsprechend berücksichtigt werden.

Bei der Bestimmung der Dithiocarbamate hat die Mehrzahl der Labore (39%) zum Teil sehr geringe Werte berichtet. Diese Unterbefunde weisen mit großer Sicherheit auf eine falsche Probenbehandlung hin, so Kempe. Hier besteht bei den Laboren enormer Handlungsbedarf. Auf dem jährlichen Laborleitertreffen im Februar 2022 werden wir die Besonderheiten des Tests mit den Teilnehmern diskutieren.


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