QS-Krisenmanagement: Auf den Ausbruch der ASP vorbereitet

15.01.2018 | Schwein | Schwein

Die Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland ist erheblich gestiegen. Die Land- und Fleischwirtschaft arbeitet derzeit intensiv an Krisenplänen und Bekämpfungsstrategien. Dabei geht es gleichermaßen um den möglichen Ausbruch der Seuche bei Wildschweinen und in Hausschweinebeständen. Für den Ernstfall hat QS proaktiv Maßnahmen festgelegt, damit die Systempartner schnell und effektiv unterstützt werden.

Werden anzeigepflichtige Tierseuchen wie die ASP in einem Betrieb entdeckt, muss schnellstmöglich gehandelt werden. Einziger Ausweg – und gesetzlich vorgeschrieben – ist die Keulung des gesamten Bestands. Tierseuchen ziehen schwere wirtschaftliche Schäden nach sich – für alle Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette. Der QS-Wissenschaftsfonds hat Forschungsprojekte unterstützt, die die Folgenabschätzung im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland untersucht haben. NÄTHER und THEUVSEN (2015)¹ ermittelten die zu erwartende finanzielle Belastung der gesamten Wertschöpfungskette. Von Kosten der amtlichen Seuchenbekämpfung bis hin zum ausfallenden Konsum von Schweinefleisch – ein flächendeckender Ausbruch der Seuche würde Gesamtkosten von einer Milliarde Euro verursachen.


Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

Den Informationsfluss beschleunigen
Damit die wirtschaftlichen Schäden durch den Ausbruch von Tierseuchen möglichst gering gehalten und die Ausbreitung der Seuchen eingedämmt werden, ist ein reibungsloser und zügiger Informationsfluss von entscheidender Bedeutung. Hier unterstützt QS seine Systempartner aktiv. Anders als beim behördlichen Veterinärwesen ist QS bei der Weiterleitung von Informationen nicht an Länder- oder Bundesgrenzen gebunden. Tabelle 1 zeigt die im QS-Krisenmanagement vorgesehenen
Maßnahmen.

Vorsorgemaßnahmen entscheidend
Die ASP, gegen die es bislang noch keinen Impfstoff gibt, kann auf vielen Wegen übertragen werden, auch und gerade durch Menschen. Deshalb sollten sich Landwirte und Tierärzte, aber auch Futtermittellieferanten, Tiertransporteure und Auditoren zur Vorbeugung einer Einschleppung strikt an alle biosichernden Hygienemaßnahmen halten. Informationen zum aktuellen Tierseuchengeschehen sowie Risikobewertungen zur Einschleppung der ASP finden Sie beim Friedrich-Loeffler-Institut unter www.fli.de.

¹ Näther, M.; Theusen, L. (2015): Ökonomische Bewertung alternativer Tierseuchen-Bekämpfungsstrategien – am Beispiel der Afrikanischen und Klassischen Schweinepest. Georg-August-Universität Göttingen.
zurück nach oben